Kurze Implantate 1

Kurze Implantate

Kurze Implantate

Wie kurz sind eigentlich kurze Implantate? Konsensus ist dass kurze Implantate eine Länge von weniger als 8 mm und einen Durchmesser von mehr 3,75 mm haben. Implantate mit 6 mm Länge oder weniger als ultrakurze Implantate bezeichnet.

Die Möglichkeit mit Kurzimplantaten einen Knochenaufbau zu vermeiden ist ein Erfolg der neueren Implantologie.   Durch viele Studien konnte belegt werden, dass sich die Lebenserwartung bei richtiger Indikation nicht von Standardimplantaten unterscheidet was ihre Einsetzbarkeit und Verwendung stark beflügelt hat.

Für viele Patienten stellen kurze Implantate eine verlässliche Therapieoption zu augmentativen Verfahren und Knochenaufbau dar. Allerdings steht auch ein erfahrener Implantologe vor einer Herausforderung. Bei Standardimplantaten mit mehr als 10 mm Länge ist immer eine primäre Festigkeit erreichbar, bei einem Implantat von 6 mm ist die Operationstechnik entscheidend.

3-D Navigation für Primärstabilität

Ohne exakte Aufbereitung der Knochenkavität ist eine minimale Primärstabilität nicht möglich und es könnte leichter zu Wundheilungsstörungen kommen. Die 3-D Visualisierung in Kombination mit der intraoperativen 3-D Navigation ist die Garantie dafür dass das reduzierte Knochenangebot auch genutzt werden kann.

Spezielle Anforderungen an das Implantatsystem

Entscheidend ist eine bakteriendichte Verbindung zwischen dem Implantat und dem Aufbau mit Krone oder Brücke. Denn eine Periimplantitis mit Reduktion des Knochens um das Implantat würde bei der reduzierten Länge schneller als bei Standard Implantaten zu einer Lockerung führen.

Wie kurz könnte ein Implantat sein

Die ersten 3 mm sind entscheidend für die Übertragung der Kaukräfte in den Knochen. Auf Grund der Forschung von Pierrisnard wurden dann langsam auch Implantate kürzer als 8 mm klinisch erprobt. Die Grenze ist bestimmt dadurch dass ein Abutment, ein Aufbau für die Krone, noch stabil befestigt werden kann.

Mini Implantate

Drei Merkmale zeichnen Mini Implantate aus. Mit einem Durchmesser von ca. 1,8 mm bis 2,9 mm sind sie wesentlich dünner. Standardimplantate haben zwischen 3,6 mm und 4,8 mm Durchmesser. Weiters sind sie aus einem Stück, man spricht von „einteiligen“ Implantaten, und sie haben meistens ein selbstschneidendes Gewinde. Manchmal werden solche Implantate auch als Seniorenimplantate bezeichnet.

Temporäre Implantate

Manchmal werden Mini Implantate auch als „temporäre“ Implantate eingesetzt. Wenn nach Implantation mit Standardimplantaten die Implantate aber noch nicht belastet werden können kann man zur Überbrückung einen provisorischen Zahnersatz auf temporären Miniimplantaten befestigen. Für eine Sofortversorgung sind kurze Implantate kontraindiziert, temporäre Mini Implantate sind in diesem Falle eine Überbrückung.

Vorteile der kurzen Implantate

  • Mit kurzen Implantaten lassen sich bei begrenztem Knochenangebot Augmentationen wie Sinusbodenelevationen umgehen. Anatomische Strukturen werden geschont. 
  • Die Stabilität eines Implantats hängt in erster Linie von der von der Osseointegration ab, die Länge ist sekundär. 
  • Implantate mit 8 mm gelten heute als Standard, als kurz versteht man Implantate von 6 mm bis 8 mm. 
  • Implantate im Frontzahnbereich sind eher nicht für kurze Implantate geeignet da die Ästhetik einen ausreichenden labialen Knochen bedingt. 
  • Sofortimplantate sind nicht der Anwendungsschwerpunkt von kurzen Implantaten. 
  • Eine stabile Implantat Abutment Verbindung (Aufbau Implantat Krone) erfordert eine bakteriendichte konische Verbindung. 
  • Bei einem platform switching (das Implantat ist dicker als die Verbindung zur Krone) tritt weniger Knochenverlust auf.
Share This